Sonntag, 14. Oktober 2007

ODENWALD-TOUR 12.10.-14.10.2007

 

Zwei RT und eine GS mit 5 Biker/innen trafen sich bei nasskaltem Nieselregen an der Sauerlandlinie. Von Wilnsdorf ab ging es über Landstraßen weiter. Kalt und durchfeuchtet suchte die Gruppe Wärme und Nahrung in einem kleinen Örtchen und wurde in einer Dorfbäckerei herzlichst aufgenommen. Hinter der Theke wurden wir in einer guten Stube zu Freundschaftspreisen bewirtet. Wieder mit Lebensgeistern versehen ging es in den Westerwald, wo die Gruppe, eigentlich schon wieder besseren Wissens, den Feldberg aufsuchte. Dort sahen wir, wenn wir dicht beieinander blieben, drei Motorräder. Richtung Frankfurt entkamen wir der Nebelsuppe über ein Stückchen Autobahn.

 

Endlich wurde das Wetter besser, die Gummis fuhren über trockenen Asphalt in die Höhen des Odenwaldes. Gezielt suchte der Guide die Strecken aus, die wegen der Bekloppten am Wochenende gesperrt sind und freitags noch zu befahren waren. Dass auf einer kurvenreichen Passage ein Fahrschulwagen (wohl erste Stunde) vorweg fuhr, muss halt unter Schicksal verbucht werden.

 

Die Dämmerung kündigte sich an, als die Schlafstätte, der Landgasthof Haus Odenwald in Strümpfelbrunn, in Sicht kam. Die Moppeds wurden ins Bett geschickt und die stählernen Körper mit heißem Wasser erfrischt. Die Frage des Wirts, ob Halbpension erwünscht ist, wurde recht zögerlich bejaht. Was dann an den Abenden aufgetischt wurde, zeigte, dass keine bessere Entscheidung möglich gewesen wäre.

 

Am Samstagmorgen traf pünktlich der ortskundige Guide ein, den die Motorradfreunde anlässlich ihres Treffens in Bergkamen-Overberge kennen gelernt haben. Dem ersten Schmankerln von Oberscheidental nach Antonslust und dem Sensbachtal folgten zahllose kleine Strecken durch die vom Herbstlaub bunt gefärbten Wälder. Die Bildung über das Mittelalter wurde an einer Burgruine aufgefrischt und der intakte Galgen in Beerfelden mit Schaudern betrachtet. Gerade vor 167 Jahren wurde dort als Letzte eine Frau gehängt, weil sie Brot gestohlen hatte. Mit der Gewissheit doch in einer besseren Zeit zu leben, fuhr man weiter.

 

Der Mittagsimbiss konnte dank Sonnenstrahlen auf einem wunderschönen Freisitz im badischen Ambiente genossen werden. Der Höhepunkt des Nachmittages war die geheime Schatzkiste des Guides. Hinter unscheinbaren Toren öffnete sich die Welt zahlreicher Zweiradklassiker. Bei den Erläuterungen war schwer einzuschätzen, wem das Herz am meisten überlief, dem Vortragenden oder den Zuhörern. Abschied genommen wurde vom Guide in seiner Heimatstadt Hirschhorn am Neckar, einem mittelalterlichen Städtchen mit Fachwerkhäusern und Schloss.

 

Die Koffer klickten, die Heimreise war angesagt. Zunächst gondelte die Gruppe noch durch den Odenwald und versuchte den Abschied aus dem größten Mischwaldgebiet hinaus zu zögern. Irgendwann hörten die Kurven auf und die Skyline von Frankfurt wollte umfahren werden. Beim gemeinsamen Kaffeetrinken wieder im Westerwald wusste jeder, dass der Montagmorgen wieder unweigerlich in den Alltag führen würde....

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