Samstag, 24. Januar 2009

WINTERWANDERUNG RUND UM DEN BEVER-SEE

 

Winterwanderung mit Grünkohlessen 2009

 

 

Ein Dutzend Motorradfreunde/innen erlagen der Verführung des Grünkohls und folgten dem Ruf, das Naturschutzgebiet Beversee bei Bergkamen zu durchwandern. Der Bollerwagen wurde mit überlebensnotwendigen Getränken und Speisen beladen. Dann ging es zur Aussichtsplattform am Ufer des Beversees. Uwe berichtete von der Historie des Geländes, das mit zahlreichen Bombentrichtern auch noch heute Spuren des zweiten Weltkrieges aufweist. Die benachbarten Industrieanlagen waren damals das Ziel der Flieger. Heute ist mit ca. 100 ha dort eines der größten Naturschutzgebiete Nordrhein-Westfalens zu durchqueren.

 

Ein Schlenker führte entlang des Datteln-Hamm-Kanales, der wie sollte es auch anders sein, mit knapp 50 km von Datteln nach Hamm führt. Das historische Ziel, den Kanal bis nach Lippstadt zu graben, wurde irgendwann aufgegeben. In Deutschlands zweitgrößtem öffentlichem Kanalhafen Hamm werden heute Steinkohle, Zement, Sand, Kies, Gas, Öl und Benzin umgeschlagen. Auch die Freizeitnutzung hat heute einen zunehmenden Stellenwert, zahlreiche Marinas zeugen hiervon.

 

Wo heute Freizeit stattfindet, war früher der Ernst des Lebens. Uwe berichtete von der ehemaligen benachbarten Zeche Grimberg, deren Schächte 1996 abgebrochen wurden und als letzte Relikte die Tagesanlagen 2003 dem Erdboden gleich gemacht wurden. Kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges spielte sich dort mit 405 Toten Deutschlands größtes Grubenunglück ab. Giftige Brand- und Grubengase ließen der Belegschaft der Morgenschicht kaum eine Chance auf Rettung.

 

Nicht weit vom Kanal liegt als Zeugnis der Vergangenheit die Halde „Großes Holz", die mit 150 Metern Höhe einen markanten Aussichtspunkt darstellt. Die Fahreigenschaften des Bollerwagens wurden beim Erklimmen der Halde auf eine große Probe gestellt. Oben angekommen wurde nicht nur die Fernsicht, sondern auch die Speisen und Getränke genossen. Silvias Kuchen mundeten den Gaumen. Aus medizinischen Gründen wurde die Pause mit einem klaren Getränk beendet. Dann ging es über den Abraum des Bergbaus steil bergab, erneut zum Wasser.

 

Der Jachthafen wurde durchquert, die dortigen Boote teilen das Schicksal unserer Moppeds und harren noch im verdienten Winterschlaf.

 

Nach kurzer Autofahrt wurde die gebuchte Gaststätte erreicht. Bald qualmten der Grünkohl, die Würstchen und die knusprigen Bratkartoffeln in den Schüsseln. In fröhlicher Runde wurde noch das ein oder andere Bier hinzugefügt. Die Strapazen der Wanderung forderten nach der Mahlzeit ihren Tribut und allgemeines Gähnen setzte ein. Mit Dank an die Organisatoren Silvia u. Uwe endete die gelungene Winterveranstaltung der Motorradfreunde.

 

Fotos

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