Montag, 06. Juni 2011

ECKERNFÖRDE 2011

Ostseetrip vom 6. bis 8. Mai 2011
 
Eckernförde 2011 - was sollte das schon schiefgehen? Frühjahr, Sonne, und eine steife Brise von der Ostsee her gepaart mit dem Wiedersehen von Boxer-Freunden, das hatte schon einen gewissen Reiz.
 
Schon die Anfahrt gestaltete sich etwas anders als sonst. Der Chronist selber kam auf grenzwertigem Vorderreifen aus Wernigerode im schönen Harz angerollt, wo er bei einem fünftägigen Motorrad-Seelsorge-Polizei-Seminar von Sonne über Regen bis Schnee alles mitgenommen hatte, was Petrus vor die Räder geworfen hat. Die dreiköpfige Rentnerband Friedhelm 1 und 2 sowie 3, der eigentlich Bernhard heißt, war bereits einen Tag früher angereist und der Hauptmatador der BMW-Motorradfreunde nebst Anhang (Uwe und Silvia) und Gefolge (Rolf, Martin und Ludger) wagte die Fahrt über Land - oder besser durch das Alte Land -, mit der Fähre über die Elbe und dann quer Schleswig-Holstein zum Zielort.
 
In Eckernförde war die Unterkunft „Eckotel H 1" im zweiten Anlauf gefunden. Hier fühlte sich die Truppe gleich wohl, zumal auch der Inhaber auf zwei Rädern gut zu Fuß ist. OK, er fährt eine Harley und es reicht für die Tour zum Strand allemal. Da musste selbst Oldiefan Bernhard schmunzeln. Aber das Hotel ist mit bestem Gewissen zu empfehlen.
 
Kurz nach der Ankunft standen auch schon unsere Eckernförder Freunde für ein erstes Bier parat. Am Freitagabend ging es dann ins Stammlokal auf dem platten Land - wobei: es gibt doch tatsächlich Erhebungen rund um Eckernförde. Und damit sind nicht die nett anzusehenden Damen gemeint. Nett war auch der gesellige Abend bei leckerem Essen.
 
Am frühen Samstagmorgen ging es dann nach einem ausgedehnten Frühstück und einem Klönschnack mit Fahrradtouristen auf eine ausgedehnte Motorradtour rund um Eckernförde. Dabei war die Truppe doch verdammt groß, sodass der Tourguide alle Hände voll zu tun hatte, die Gruppe zusammenzuhalten. Zumal, da nicht jeder nach maßgeblicher Meinung alter Gruppenhasen Gruppen konform gefahren ist, was zu einem späteren Zeitpunkt noch zu einer intensiven Diskussion geführt hat. Doch auch das gab es am Wegesrand: sattes Grün und Gelb in der Natur, toll zu befahrende Straßen und Sträßchen, die Besichtigung und Führung durch die Werkstatt eines bekannten Gespannbauers, einen Abstecher zum Dekelnser Ärztehaus des ZDF-Landarztes, Matjes im Brötchen, Fluss- und Kanalübersetzungen zu Wasser und in der Luft, Interessantes über den Nord-Ostsee-Kanal sowie die Rendsburger Eisenbahnbrücke - und ein Stippvisite durch das Dörfchen „Gottesgrün" bei Rendsburg (dessen wirklicher Ortsname dem Chronisten aber leider wieder entfallen ist). Hier kreiste die Gruppe „mit der Kirche ums Dorf", was den einen oder anderen schwer beschäftigt aussehenden  Dorfbewohner aus seiner gewohnten Lethargie riss...
 
Voller Eindrücke zurück, bereiteten sich die BMW-Motorradfreunde und ihre Gastgeber auf einen ebenso eindrucksvollen Abend in einem beliebten griechischen Lokal direkt am Ostseestrand von Eckernförde vor. Beeindruckend war nicht nur das Essen und die unglaublich gute Stimmung in der Gruppe, sondern auch die Kulisse. Wobei Uwe seine Augenpaare nicht vom grandiosen Anblick von Strand, Hafen und Ostsee lassen konnte. Es sei ihm gegönnt, denn der Chronist durfte dafür in den netten Ausschnitt seines weiblichen Gegenübers fallen (was er aber angesichts einer bevorstehenden Hochzeit mit dem daneben sitzenden künftigen Angetrauten tunlichst vermied).
 
Hellas! Nach dem einen oder anderen Ouzo - dargereicht in Flaschenform und konsumiert aus den bekannten Gläsern - wurde der Weg zum Hotel mittels Taxen angetreten. War auch gut so, denn am Sonntag führte der Weg zurück. Für alle? Nein, unsere Rentnerband hängte noch einen netten Tag dran und fuhr in aller Gemütsruhe später heimwärts. Ludger musste am Sonntag sehr früh los, weil sein geliebter VfL Osnabrück im Abstiegskampf auch seiner Unterstützung benötigte. Genutzt hat`s schlussendlich nix. Rolf düste auch schon früher los: familiäre Verpflichtungen. Der Rest machte sich vom 20 Grad angenehmen Eckernförde auf den Weg ins schwül-warme Münsterland bzw. Ruhrgebiet.
 
Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis, dass nicht nur Eckernförde in 2011 eine Reise wert (gewesen) ist. Das muss wiederholt werden!
 
Und der Chronist wird künftig nicht mehr auf fast glatten Vordersohlen durch die Gegend eiern, sondern zulassungs- und Gruppenkonform (oder hinten solo) fahrend seinen „Großroller" durch die Gegend kutschieren.
 
Jürgen        

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